Wachstum zieht an

Wachstum zieht an

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bayerische Unternehmen sorgen sich aber um Energiekosten 

 
In der bayerischen Wirtschaft nimmt der Optimismus wieder zu. So sind die Unternehmen mit der aktuellen Lage weniger zufrieden und die Kapazitätsauslastung ist leicht gesunken. Doch für die kommenden zwölf Monate sind sie wieder zuversichtlicher, denn die Rahmenbedingungen für ein weiteres Wachstum sind günstig. Gute Einkommensperspektiven und niedrige Zinsen beflügeln das Inlandsgeschäft. Gleichzeitig erwarten die Unternehmen, dass die Exportgeschäfte innerhalb und außerhalb der EU anziehen. Diese Aussichten beleben den Arbeitsmarkt weiter, wenn auch nicht mehr ganz so kräftig wie im Vorjahr. Das ergab die aktuelle Konjunkturumfrage des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages unter mehr als 4.000 Unternehmen. „Trotz dieser guten Perspektiven sehen die Unternehmen in den Energie- und Rohstoffpreisen ein enorm großes Risiko“, sagt BIHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen.
 
Der BIHK-Konjunkturindex, der Geschäftslage und Geschäftserwartungen in einem Wert zusammenfasst, liegt mit 126 Punkten zwei Zähler höher als zu Jahresbeginn. Erstmals seit einem Jahr gehen die Erwartungen wieder nach oben. Jedes vierte Unternehmen rechnet damit, dass die Geschäfte anziehen und nur 11 Prozent sind pessimistisch. Der Saldo ist damit von 7 auf 14 Punkte nach oben geklettert.
 
Ihre Investitionspläne lassen die Unternehmen jedoch unverändert. Seit Herbst 2011 beträgt der Saldo 16 Punkte. Vor einem Jahr lag der Saldo mit 31 Punkten noch doppelt so hoch. Auch die Personalpläne der Unternehmen bleiben im Vergleich zu Jahresbeginn stabil: 21 Prozent wollen Mitarbeiter einstellen und nur 9 Prozent Stellen streichen. So wird die bereits äußerst niedrige Arbeitslosigkeit in Bayern noch weiter zurückgehen.
 
Die aktuelle Geschäftslage der bayerischen Industrie ist gut – zu Jahresbeginn war sie jedoch noch besser. So hat die Binnennachfrage leicht nachgelassen und das Auslandsgeschäft trat auf der Stelle. Die Kapazitätsauslastung ist gesunken und höhere Energie- und Rohstoffkosten haben die Margen zusätzlich gedrückt. Doch für die kommenden Monate stehen die Zeichen wieder auf Wachstum. Der Saldo der Geschäftserwartungen ist von 5 auf 13 Punkte nach oben geklettert. Die Unternehmen kalkulieren mit einem Plus im In- und Auslandsgeschäft. Angesichts der vorhandenen Produktionsreserven haben sie jedoch ihre Investitions- und Personalpläne nicht nach oben korrigiert.
 
Bei den Dienstleistern herrscht überwiegend gute Stimmung. Von den besseren Aussichten in der Industrie versprechen sich nun insbesondere die Zeitarbeitsunternehmen positive Impulse. Insgesamt rechnen die Dienstleister jedoch nur mit einem leichten Wachstumsschub, so dass sie ihre Investitionsbudgets von Jahresbeginn nicht aufgestockt haben. Aber sie erwarten, dass die Auslastung zunimmt und planen deshalb mehr Personal ein.
 
Die Baubranche profitiert vom günstigen Umfeld und ist hochzufrieden. Niedrige Zinsen, die Suche nach einer sicheren Geldanlage und eine solide Einkommenserwartung treiben Verbraucher, Bauherren und Investoren zu Immobilien. Sowohl beim privaten Wohnungsbau als auch beim Wirtschaftsbau ist das Auftragsplus gestiegen. Die Bauwirtschaft glaubt, dass diese guten Rahmenbedingungen auch in den kommenden zwölf Monaten so positiv bleiben. Die Unternehmen gehen auch davon aus, dass die Aufträge nur mit deutlich mehr Personal zu stemmen sind.
 
Weiterhin sichere Jobperspektiven und die Aussicht auf Einkommenszuwächse lassen auch die Kassen der Einzelhändler klingeln. Lediglich die hohen Energie- und Rohstoffpreise dämpfen etwas die Stimmung. Insgesamt sind die Einzelhändler jedoch sehr zufrieden und erwarten, dass die Konsumlaune weiter steigt. Der Saldo der Geschäftserwartungen hat sich von 7 auf 15 Punkte mehr als verdoppelt. Noch optimistischer schauen die Großhändler in die Zukunft, der Saldo ist von 4 auf 23 Punkte nach oben geschnellt. Die Unternehmen profitieren vom Aufwärtstrend im Bau, im Einzelhandel und in der Industrie. Auch im Auslandsgeschäft rechnen sie mit steigenden Umsätzen.
 
„Die Aussichten sind wirklich erfreulich“, betont Driessen. Flankiert werde die gute Entwicklung von einem günstigen Eurowechselkurs, niedrigen Zinsen, international wettbewerbsfähigen Unternehmen und einer hohen Einkommenssicherheit. „Alle Faktoren zusammen sind positiver Treibstoff für Konsum und Investitionen“, so der BIHK-Chef. Allerdings könnten die hohen Energie- und Rohstoffpreise Bremsspuren hinterlassen und über allem schwebe nach wie vor die Euroschuldenkrise.